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Walliser Landschaf

Faserfeinheit: F4 – F5 (ca. 30 mic)

Faserlänge/Stapellänge: > 5 cm in 180 Tagen

Kräuselung: kaum gekräuselt

Glanz: wenig

Verwendbar für:
Kleidung, aber heutzutage eher nicht direkt auf der Haut zu tragen (ausser Socken); früher wurde aus der Wolle sogar (Rheuma-)
Unterwäsche gefertigt!

Filz-Qualitäten: Filzt sehr gut! Es können zuschneidbare «Stoffe» gefilzt werden für Jacken, Hosen, Taschen, Kissen usw.

Über die Schafe: Das Walliser Landschaf ist ein ausgesprochenes Selbstversorgerschaf: frucht­bar, genügsam und widerstandsfähig mit ausgezeichneter Alpgängigkeit. Die Wolle dieser Schafe findet breite Verwendung zur Herstellung von Kleidern. Daraus gefertigte Strümpfe und Unter­wäsche sind warm und gesund, speziell gegen Gelenk- und Rheumaerkrankungen.

Die «älwen» und schwarzen Oberwalliser Schafe trugen höchstwahrscheinlich zur Entstehung des Berner-Ober­länder Bergschafs, d.h. des Frutigschafs (dem Vorläufer des Elbeschafs) bei. Um 1400 gelangten solche Schafe ins Berner Oberland und ins Saanenland. Die siegreichen Berner brachten Walliser Schafe als Kriegsbeute nach Hause. Schon die ursprünglichen Frutigschafe trugen Hörner. Die Jungtiere des Walliser Landschafes sind gänzlich schwarz. Erst im Laufe des Lebens wird das Vlies heller und bräunlich, im Alter ergrauend.

Das Walliser Landschaf war seit den 1920er Jahren wegen der starken Konkurrenz durch das Weisse Alpenschaf (WAS) im Verschwinden begriffen. Hinzu kamen nach dem Zweiten Weltkrieg grossangelegte Ausmerzaktionen zur Bekämpfung von Tuberkulose und Bang in (kaum je befalle­nen!) Walliser Schafherden. Innert einem Jahrzehnt wurde das Walliser Landschaf so fast voll­ständig ausgerottet. Jedoch hielten einige Liebhaber an dieser alten Rasse fest.

1985 stiess Pro Specie Rara (PSR) im Oberwallis auf einige Schafhalter, die noch mit grösseren Gruppen Tieren des braunen Farbschlags züchteten. PSR konnten einige Tiere aufkaufen und Zuchtgruppen an interessierte Halter abgeben. Heute sind über 1000 Tiere in sämtlichen Regionen der Schweiz anzutreffen (brauner und schwarzer Farbschlag).

Herausragend sind die Muttereigenschaften der Walliser Auen. Die Widder sind aufmerksame Hüter ihrer Herden, gutmütig den Lämmern gegenüber, und sorgen für Ordnung unter den Jung­böcken.

Walliser Landschafe sind ruhige, standorttreue Tiere. Bei entsprechender Zuwendung können sie sehr zutraulich werden. Die Herden werden immer von einer Aue geführt, die weiblichen Tiere fechten die Machtkämpfe unter­einander aus.

Das Walliser Landschaft ist widerstands­fähig und kälteunempfindlich. Es kommt mit sehr rohfaserreichem Futter aus, es ver­schmäht Kraftfutter und «moderne» Mast­wiesen und ist auch für hochgelegene Alp­weiden geeignet.

Eigene Erfahrungen mit der Faser: Die Wolle hatte ich schon vor einiger Zeit gut vorsortiert von einer Züchterin im Zürcher Oberland geschenkt bekommen. Ich habe die Wolle in heisser Seifenlauge gewaschen, ins letzte Spülwasser gab ich einen Schuss Apfelessig. Die gewa­sche­ne Wolle fühlte sich zwar eher hart und widerspenstig an, liess sich aber gut karden und ergab ein erstaunlich weiches Vlies. Versponnen habe ich diese Wolle noch nie, aber früher verfilzt mit aus­­gezeichneten Ergebnissen.

Kontakt-Adressen: Zuchtverein Walliser Landschaf
Präsident: Joseph Rais, Rte. De Burtigny 507, CH-1269 Bassins (info@walliser-landschaf.ch)

Bezugsquellen (Schweiz):
Zürcher Unterland:
Lotti Andres, Hägelen, 5467 Fisibach; Wolle, Fleisch (
lotti.andres@gmx.ch)

Mittelland:
Jacqueline Zurkirch, Hauptstrasse 12, 5647 Oberrüti; Wolle, Fleisch (
jacky@rahmenlos.ch)

Westschweiz:
Bernard Lehmann, Sous la Sagne 3, 2722 les Reussilles; Fleisch (beleh@bluewin.ch)

Fotos: © Zuchtverein Walliser Landschaf



Die Faserproben des Walliser Landschafs habe ich unterdessen an die Interessentinnen verschickt. Zwei Proben sind noch übrig geblieben - falls jemand Interesse daran hat (gegen Versandkosten), bitte melden!

1 Kommentar:

  1. Diese Wolle liebe ich sehr, eine meiner Lieblingswollen- übrigens auch hervorragend für dreidimensionale Filze zu verwenden, dank bester Standfähigkeit auch im nassen Zustand!
    Liebe Grüße
    Gabi

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